Anmerkung vorab: Im Sinne einer leichteren Lesbarkeit wurde auf die Unterscheidung des Geschlechts verzichtet. Sämtliche beschriebene Positionen beziehen sich selbstverständlich auf alle Geschlechter (w/m/d). 

Wraps. Gehen immer, gehen schnell.

Wir werden immer auf die “schönen Wraps” angesprochen – hier ein kleiner Wrap-Guide.

Wraps gehen schnell, sind unglaublich vielseitig für alle Ernährungsformen, sind ideal zum Mitnehmen und auch für Meal Prep geeignet.

Die Füllung eines guten Wraps setzt sich aus mehreren verschiedenen Komponenten zusammen, die sich gegenseitig ergänzen und gemeinsam zu einem erfrischenden Geschmackserlebnis werden. Welche du davon auswählst, bleibt ganz dir überlassen. Auch entscheidest nur Du, ob Du „von innen“ würzen möchtest oder den Wrap von außen mit einem Dip beleben möchtest.

Wraps – warum und woher?

Wraps kennen wir meist als Weizenmehlfladen, in den Salat und Fleisch vom Spieß eingewickelt ist. Die meisten nennen es Dürüm… Spaß beiseite – die Fladen haben ihren Ursprung in Mexiko, wo auch heute noch ohne ihn kaum eine Mahlzeit vorstellbar wäre. Der durchschnittliche Mexikaner (Zahlen von 2012, aber viel wird sich nicht geändert haben) verzehrt im Tagesdurchschnitt rund neun Tortillas.

Die Statistik unterscheidet da nicht zwischen Weizen- und Maismehltortillas, wir erkennen den Unterschied normalerweise nur an der Farbe. Geschmacklich unterscheidet man sie kaum. In den USA waren es die hispanischen Einwanderer, die den Konsum in die Höhe schnellen ließen, nahmen sie ihre Essgewohnheiten doch annähernd unverändert mit. Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten gibt und gab es alle Nahrungsmittel, die die “Hispanic-Wünsche” erfüllten.  AIn den 1980ern passierte etwas Erstaunliches in Amerika mit den Mehlfladen: er wurde nicht länger trocken zu den Mahlzeiten verzehrt, sondern in ihn wurde eine Füllung eingewickelt.

Wickeln heißt übersetzt “to wrap”, demzufolge war die Namensgebung naheliegend und somit erledigt. Schnell variierten die Füllungen von mexikanisch über exotisch, asiatisch, vegetarisch bis süß. Für jeden Geschmack war und ist etwas dabei, inzwischen gibt es keine Ernährungsform, die nicht auf Wraps zurückgreift, soll es mal schnell gehen und to go sein. Die Vielfalt macht den Erfolg dieses Produkts aus.

Butterbrotwraps, essbare Salatschüsseln, Ersatz für Pizzaboden, der bereits erwähnte Dürüm, glutenfreie Varianten, selbst fix fertige Tiefkühlvarianten und vieles mehr – alles gibt es schon. Was es noch nicht gibt, können wir ja selbst erfinden!

Wie wickelst Du am besten?

Die Frage stellen sich nicht nur frischgebackene Eltern! So geht’s:

  1. Tortilla erwärmen
  2. nur mittig belegen und nicht zu voll / zu viel
  3. „lange Seite“ auf die Füllung klappen
  4. beide „kurze Seiten“ einschlagen
  5. zur langen Seite hin aufrollen

Du brauchst Ideen?

Probier‘s gesund und fleischlos mit einem Frühstückswrap mit Erdbeeren und Knuspermüsli, Tomate-Rucola-Basilikum mit Balsamicocreme, asiatisch mit Kraut, Karotte, Chili und Romanasalat mit dem Pep durch Sweet Chili Sauce oder arabisch mit frischem Wurzelgemüse und Hummus.

Wenn’s auch mal Fleisch oder Fisch sein darf: Räucherlachs mit Kren-Mayonnaise und Eisbergsalat, Crispy Chicken Wraps mit Zuckerschoten und Koriander oder der Chili Wrap mit Faschiertem, Mais und Kidneybohnen. Einfach austoben, denn erlaubt ist, was gefällt und schmeckt!

Weizentortillas selbst gemacht

Du brauchst nicht viel dafür:

  • 360 g Weizenmehl
  • 1 TL Salz
  • 1 TL Backpulver
  • 80 ml Pflanzenöl
  • 200 ml lauwarmes Wasser

Mische in einer Schüssel Mehl, Salz und Backpulver | Öl und lauwarmes Wasser nach und nach dazugeben | mit den Händen zu einem glatten Teig verarbeiten
Teig auf der Arbeitsfläche ca. 3 Minuten kneten | in Frischhaltefolie wickeln und 30 Minuten ruhen lassen (Raumtemperatur) | den Teig in eine schöne Rolle formen und in 16 gleiche Teile teilen und zu Kugeln formen

nun legst Du die Kugeln nach und nach zwischen zwei Ebenen von Frischhaltefolie und drückst sie mit einem Teller gleichmäßig platt | mit den Fingern nacharbeiten und so dünn wie möglich und so glatt wie möglich ausstreichen (du kannst auch ein Nudelholz verwenden) | die einzelnen Fladen mit Folie abdecken und stapeln

die Fladen werden nun in einer beschichteten Pfanne ca. 40 Sekunden von jeder Seite gebraten, bis sich Blasen bilden | du kannst die Pfanne mit wenig (!) Öl einpinseln, wenn Du magst

Profitipps

Wenn Du mal was anderes ausprobieren möchtest, kannst Du dem Grundrezept etwas pürierten Spinat oder Tomatenmark zum Aromatisieren zufügen. So erhalten die Tortillas einen ganz besonderen Geschmack. Auch mit Glutenunverträglichkeit musst du nicht auf die leckeren Rollen verzichten. Mit Buchweizen- und Reismehl lassen sich ganz einfach glutenfreie Tortillas zaubern, die dem Original in nichts nachstehen.

Alternativ zu den „Mehlfladen“ kannst Du Salatblätter zum Wrappen nehmen oder switchst zur asiatischen Variante: Sommerrollen. Hierfür verwendest Du geweichtes Reispapier, die Verarbeitung – also das Wickeln selbst – funktioniert genauso, ist aber ein wenig “diffiziler”. Reispapier erhältst Du im Asiashop.

Wraps gehen schnell, sind unglaublich vielseitig für alle Ernährungsformen, sind ideal zum Mitnehmen und auch für Meal Prep geeignet.

Apropos Sweet Chili Sauce…

Sweet Chili Sauce passt perfekt zu ganz vielen Wraps, denn die Süße, die Säure, die Schärfe kann man mit fast allen Geschmäckern und Füllungen perfekt kombinieren. Es ist nicht schwer, eine Sweet Chili Sauce selbst herzustellen. Nachdem die meisten Convenienceprodukte aus dem asiatischen Raum mit einem nicht unwesentlichen Anteil von Geschmacksverstärkern angereichert sind, ist die homemade-Variante sicherlich die gesündere und nicht weniger schmackhaft!

  • 12 Stück frische Chilis
  • 1200 ml Wasser
  • 150 g Ingwer (frisch)
  • 2 Stängel Zitronengras
  • 3 EL Sesamöl
  • 150 g Schalotten
  • 6 Stück Knoblauchzehen
  • 500 g brauner Zucker
  • 3 Stück Limetten
  • 3 EL Maisstärke
  • Salz

Zitronengras „anklopfen“, Ingwer schälen und schneiden | beides in 1200 ml Wasser eine halbe Stunde auskochen | absieben
Chilis halbieren, entkernen | fein schneiden

Knoblauch und Zwiebeln schälen und in feine Würfel schneiden oder fein hacken | Limetten auspressen

Zwiebeln und Knoblauch in Öl farblos anschwitzen | Ingwer-Zitronengras-Sud aufgießen, Zucker hinzugeben, Chilis hinzugeben, 15 Minuten köcheln | mit Limetten und Salz abschmecken

Maisstärke in 6 EL kaltem Wasser anrühren und in die Sauce einrühren

Wraps gehen schnell, sind unglaublich vielseitig für alle Ernährungsformen, sind ideal zum Mitnehmen und auch für Meal Prep geeignet.

Noch mehr Profitipps!

Wenn die Sauce länger haltbar und stabiler sein soll, ersetzt Du die Bindung durch Maisstärke durch eine Bindung mit Xanthan.

Ein Beitrag von Sascha Wenderoth, gastroprofis.net